Zwetschgenkuchen vom Blech
Sind Zwetschgenkuchen typisch für Schwaben? Auf jeden Fall hat man hier in der Zwetschgenzeit als Nicht-Zwetgschen-Liebhaber fast keine Chance, jeder Bäcker hat Zwetschgenschnitten, oder eben den klassisch schwäbischen Zwetschgenkuchen im Angebot.
Schwäbisch deshalb da er nicht mit Streusel sondern mit Brösel hergestellt wird, und jedes Kind (oder auch älteres “Kind”) darüber freut – den Brösel kann man sehr gut vom Kuchen “entfernen” ohne das die Mama oder Oma was davon bemerkt.
Man merkt ich spreche hier aus Erfahrung, gerne erinnere ich mich an Sonntagnachmittage im August bei Uroma, auf der Terasse fand ein Kampf zwischen Mensch und Biene um den Kuchen statt (Nachteil als Imker wenn ein Bienenstock im Garten sein Quartier hat), einen dicken Klecks Sahne von Uroma mittig auf den Kuchen, selbst wenn enkelin eben keine Sahne mag, und um die Urenkelin zu beschäftigen wurde dazu die Kassette von Räuber Hotzenblotz im Hintergrund gespielt. Ich frag mich bis heute wie Uroma jedes Mal den Kuchen perfekt hinbekommen hat, sie hat trotz das wir uns hier Ende der 80er befinden, neben ihrem elektrischen Herd/Backofen den alten Holzofen bevorzugt. Schmeckte auch deutlich besser, das muss man zugeben
Schmeckt am besten am Tag des Backens, noch leicht lauwarm mit einer Portion Sahne.
Zwetschgenkuchen vom Blech
für den Hefeteig
500g Mehl
1 Würfel Frischhefe
2/8l Milch
50g weiche Butter
1 Ei (Klasse L)
75g Zucker
1 Pr. Salz
1El. Vanillezucher
abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
für die Brösel
12 El Semmelbrösel (vom Bäcker)
100g Zucker
1,5 Tl. gemahlener Zimt
1 gehäufte Messerspitze gemahlene Nelken
1/2 Kafeetasse flüssiger Butter
sonstiges
1,5 kg entsteinte Zwetschgen (bitte unten lesen wie)
Zimt & Zucker Mischung
100g Mandelblättchen
25g Butter
Die Zutaten für den Hefeteig sollten Raumtemperatur haben.
Für den Hefeteig das Mehl in eine Schüssel sieben, in der Mitte eine kleine Mulde mit einem Löffel bauen, hier hinein die Hefe zerbröseln und hineingeben. 1 Tl. Zucker darüber streuen.1/8l Milch erhitzen, sie darf nicht heisser als lauwarm sein, über die Hefe giessen und mit etwas Mehl von der Seite zu einem Vorteig verrühren. Mit Mehl bestreuen, mit einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort für 30 min. gehen lassen
Auf dem Mehlrand die weiche Butter (in Scheiben geschnitten), Zucker, Salz, Vanillezucker sowie die abgeriebene Zitronenschale verteilen, 1/8l lauwarme Milch hinzugeben und alles zu einem glatten und geschmeidigen Teig verarbeiten.
Erneut zugedeckt an einem warmen Ort ruhen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat. Dauer ca. 30-60 min.
Für die 1,5kg entsteinte Zwetschgen werden ca. 2,5kg benötigt. Wer einen Zwetschgenentsteiner hat – den dafür verwenden und schon haben die Zwetschgen die richtige Form für den Kuchen.
Sonst einfach die Zwetschgen zum entsteinen halbieren, den Stein entfernen und nun jeweils die Hälfte erneut mittig einschneiden, aber eben nicht durchschneiden.
Eine Fettpfanne einfetten. Den aufgegangen Hefeteig kurz nochmal durchkneten, anschließend auf einer mit etwas Mehl bestreuten Arbeitsplatte ausrollen (Größe Fettpfanne + Rand). Den Teig in die Fettpfanne geben (klappt super wenn man den Teig über das Wellholz legt)
Den Hefeteig kurz mehrmals an verschiedenen Stellen mit einer Gabel einstechen, mit den Zwetschgen belegen (Dachziegelsystem) und je nach süsse der Zwetschgen mit einer Zucker-Zimt Mischung leicht bestreuuen.
Semmelbrösel mit Zucker sowie den Gewürzen in einer Schüssel vermischen und die flüssige Butter hinzugeben -alles mit einer Gabel zu Brösel verarbeiten.
Anschliessend die Brösel über die Zwetschgen verteilen, mit Mandelblätter bestreuen und ein paar Butterflöckchen darüber geben.
Bei 170°C Umluft ca. 30-35 min. backen














Schwäbischen Zwetschgenkuchen – da kriegt man eindeutig Heimweh in die Heimat