Was hat ein Mühlenladen mit der Fischhalle zu tun ?

Nicht nur Autofahrer sondern auch Radiohörer dürften bei den Worten Aichelberg sofort an das übliche Verkehrschaos auf der A8 zwischen Aichelberg und Merklingen denken. Und wie üblich ersuchen einige die sofortige Flucht von der Autobahn sobald das Wörtchen Stau auch nur erwähnt wird, und führt daher regelmäßig eine Autokarawane durch das „Täle“ und durch Geislingen hindurch. Andere sind jedoch davon überzeugt, dass hier eine andere Macht ihre Finger im Spiel hat, und bei Navi’s automatisch diese Umfahrung einprogramiert wurde…um in der Fischhalle zu landen

WMF INein, das Jurameer ist nicht dank der globalen Erwärmung wieder aufgetaucht, noch handelt es sich um ein Handel oder Ausstellung mit Fossillenvorbewohnern (die aber immer wieder gefunden werden, nicht nur in Holzmaden). Sondern um den Werksverkauf der Württembergischen Metallwarenfabrik – WMF genannt. Mitterweile ein modernes Outletcenter mit weiteren Marken wie Lindt, Gardena usw.  Aber zurück zur Fischhalle, warum nur der Name? Fisch wurde von der WMF nur in Form von Fischplatten verkauft. Aber nachdem früher Fisch die Grudlage für“Arme-Leute-Essen“ darstellte, wurde eben in dieser Halle für die Angestellten Fisch verkauft. Bis dann der 2B Verkauf (und die Autos & Busse) einfielen. Schaut man unter der Woche  vorbei und in der Mehrzahl besteht auch die Möglichkeit (nach Voranmeldung) eine Tour durch die Produktion zu machen, wobei mitterweile nur noch Kaffeemaschinen sowie die Töpfe direkt in Geislingen hergestellt werden. Wobei man dabei die Paradiestür bestaunen kann.

WMF IIVor ein paar Jahren wurde die Halle modernisiert, aus dem „Ramschladen“ wurde eine Moderne Verkaufshalle, in der das einkaufen auch Spass machen kann. Im Normalfall spart man zwischen 25 % und 50 %, Kenner schauen gerne auf rote Preissschilder, dann sind es bis zu 75 %. Die Verkaufsschlager (wenn man die Einkaufswägen letzte Woche als Masstab nehmen würde) sind eindeutig Kochgeschirr sowie Besteck. Bevor man sich dann wieder in den Stau anschliesst, wäre eine Stärkung im Selbstbedienungsrestaurant sinnvoll (vom Hörensagen auch essbar).

Nur was hat die WMF mit einem Mühlenladen zu tun? Aktuell rein gar nichts, ausser das die Schimmelmühle quasi auf dem Weg liegt, und zwar wenn man sich die Geislinger Steige auf die Alb „kämpft“. Der Name dürfte im Zuge des Stuttgart 21 Bahnhofprojekts und der Neubaustrecke öfters in der Presse gefallen sein, ausser man ist Bahnliebhaber dann kennt man auf jeden Fall die Idylischen Bilder wenn sich ein ICE die Schneebedeckte Strecke hochkämpft.

Und quasi diese Bahnstrecke ist die Verbindung zwischen Mühle – WMF.

Straubmühle
Vor über 150 Jahren bahnte sich am Rand der Schwäbischen Alb eine historischer Umbruch an, als 18476mit den Arbeiten an der Geislinger Steige begonnen wurde, somit wurde die Schwäbische Alb erschlossen und es enstand einer der bis heute steilsten Eisenbahnstrecken in Europa.  Mühlen spielten hier am Rande der Schwäbischen Alb eine große Rolle, den das auf der Alb angebaute Getreide konnte nur im Tal gemahlen werden. Daniel Straub war ein Mühlersohn, heiratete eine Mühlerstochter und belieferte die Bauarbeiten an der Geislinger Steige mit dem notwenigen Material. Aus der Mühle wurde immer mehr auch eine Maschinenfabrik (die spätere MAG).

 

 

1853 gründete er schliesslich mit den Gebrüdern Schweizer die spätere WMF und beinahe würde der Daimler Stern über Geislingen leuchten, da Gottlieb Daimler in der WMF für über drei Jahre tätig war.Was aus der WMF wurde, muss man nicht mehr erwähnen.
MühlenladenDie Straubmühle gibt es immer noch, mitterweile eine der größten in der Region, mit einem nett ausgebauten Mühlenladen und Cafe. Und mein Mehllieferant u.a. für die wöchentliche „Brot-Back-Entspannungs-Therapie“.

Mehl aus der Region – für die Region ;)

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4 Kommentare

  1. Hallo,
    ja, noch schnell einkaufen! Wer weiß wie lange es die Fischhalle noch gibt. Denn die WMF wird wohl in CMF umgenannt. Die ganze (!) Produktion wird nach China verlagert, das wird wohl die Chinesische Metallwaren Fabrik. Ob das gut geht? Wohl eher ein weiterer Stern der untergeht. Aber es gibt zum Glück noch andere Kochutensilien-Hersteller die in Deutschland verbleiben, somit bleibt der Nachschub an hochqualitativer Hardware erhalten.

    Ein Blog von der rauen Alab ra. Das ist ja mal nett. Inzwischen drehe ich mich immer auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt um, ob ich nicht zufälliger Weise herausbekomme, ob du mir über den Weg läufst.

    mit lukullischen Grüßen
    Gunnar

    • Ach eine Reise ist der immer Wert, und Hugo Boss in Metzingen liegt auch nicht so weit entfernt ;)
      Und den Vorteil wenn man in der Nähe wohnt, man kann immer mal wieder kleinigkeiten nachkaufen (z.B. durfte bei dem Besuch endlich ein Eisportonierer in den Korb hüpfen)

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