Vulkanausbruch auf Hawaii – was nun?

Vulkanausbruch auf Hawaii – was nun?

Seit Anfang Mai tauchen in Zeitungen und den Nachrichten immer mal wieder die aktuellen Bilder aus Hawaii auf – „Vulkanausbruch auf Hawaii“ mit Bildern, wie die heiße Lava nur so aus der Erde sprudelt und sich mal langsam mal schneller über alles hermacht was sich ihr in den Weg stellt. 

Kilauea Crater – Lava Lake 2015

Jetzt noch nach Hawaii fliegen? Für mich könnte die Antwort nur – natürlich lauten. Seit 35 Jahren – und somit seit ich mich auf der Erde bewege- fliesst auf der jüngsten Insel der Hawaii Inselkette -Big Island- Lava und jede der Inseln ist vulkanischen Ursprungs.

Der Vulkan Kilauea, welcher die Süd-östliche Seite der Insel bildet, und über dem sich der Vuonaco National Park sowie der Puna Distrikt befindet, ist für den ständigen Lavafluss verantwortlich. Macht aber nur einen kleinen Teil der Insel aus.

Für jeden der schon einmal auf Big Island war, weiss aber auch das der Puna District ein kleines Stück Paradise auf Erden war, was sich nun „Madame Pele“ einverleibt hat. Ein Stück, dass von den Touristenströmen weitgehend verschont blieb, mit dem Jeep durch grüne Landschaften, verwunschene Strassen, entweder in den warmen natürlichen Pool Ahalanui oder in den Tide Pools eine Runde schwimmen oder noch besser in einer der kleinen Beachvillas in Kapoho übernachten, mit den Tide Pools direkt vor der Tür.

Ahalanui

Das alles war es nun, aber die wenigsten der Besucher hat es jemals nach Puna verschlagen. Einzig schmerzlich ist die Schliessung des Vulcano National Parks, aber ich muss ehrlich zugeben das es mir 2015 schon leicht mulmig zu mute war, als ich zu Fuss durch den „Nachbarkrater“ wanderte, und am Himmel die Rauchwolke des Lavasees zu sehen war. Vermutlich konnte man auf der Welt nirgendwo so nah an einen aktiven Vulkankrater gelangen, wie auf Big Island.  Trotz der Schliessung des Nationalparks gilt aber – die Insel hat weiterhin einiges zu bieten.

Akaka Wasserfall

Da wäre zum Beispiel die Tour entlang der Ostküste von Big Island von Hilo bis zum Aussichtspunkt über dem Waipi’o Tal. Surfstrände, Botanischer Garten, der Akaka Wasserfall bis zum Picknick im Kolekole Beach Park, bei dem man den Kindern beim Schaukeln ins Wasser zuschauen kann bis man den Blick über den Strand des Waipi’o Tals geniessen kann oder wenn die Zeit reicht, eine Tour nach unten unternehmen kann. Kulinarisch lohnt sich ein Stopp bei der Hawaiian Vanille Company oder im Tex Drive in für frische Malasada halten. 

Ostküste von Big Island

Oder entlang der „Sattle Road“ die Hilo mit der Westküste verbindet, und direkt zwischen den beiden weiteren Vulkanen der Insel führt – Mauna Kea mit seinen Teleskopen sowie Mauna Loa. Zum Mauna Kea kommt man zwar mit dem eigenen Auto, allerdings ist dafür zwingend ein Geländewagen notwendig und man sollte beachten, dass die Vermieter die Fahrt meist ausschliessen. Dafür gibt es aber auch diverse Touranbieter, die insbesondere zum Sonnenuntergang touren anbieten.

Waipi’o Tal

Entlang der Westküste gibt es von Kona bis Kapa’au auch einiges zu bieten, kulinarisch kann man zum Beispiel Kaffeeplantagen besichtigen oder Makadamia Nüsse verkosten, und je nach aktueller Entwicklung ist auch ein Abstecher im Süden der Insel zum Black Sand Beach mit den Schildkröten weiterhin möglich. Auch am Vulcano National Park kann man aktuell noch vorbei fahren und sieht insbesondere zur frühen oder späten Stunde das rötliche Schimmern des „Fissure 8“ der für den aktuellen Lavastrom verantwortlich ist.

Ich würde euch gerne auch noch Bilder von der Westküste zeigen, leider ging mir genau diese Speicherkarte unterwegs kaputt und die Bilder sind leider verloren. 

Ihr habt eine Reise nach O‘ahu, Maui, Moloka‘i, Lāna‘i and Kaua‘i gebucht oder plant eine? Dann keine Sorge – diese Inseln sind nicht davon betroffen und selbst Big Island muss man nicht meiden!

Einzige Ausnahme – ihr habt  Asthma oder Probleme mit der Lunge? Je nach Windrichtung können die Gase und der Rauch aus Leilani Estate bis zur Kona Gegend verbreiten, Hilo ist jedoch meist weniger betroffen.

Update von Anfang Juli 2018:

Leider sieht es aktuell nicht danach aus, dass die aktuell Phase des Vulkanausbruchs aufhört bzw. der Vulcano National Park bald wieder geöffnet ist. Auch der Kilauea Krater fällt immer weiter in sich zusammen, und die dadurch ausgelösten Erdbeben führen leider zu schweren Schäden im Nationalpark aber auch im nahen Vulcano Village sowie dem Highway 11 der direkt am Rand des Kraters verläuft. 

Dafür ist seit Anfang Juli wieder die Strasse von Pahoa bis zum New Black Sand Beach geöffnet. Da die Lava tief in der Erde direkt unter der Strasse fliesst, war wegen der Dampfentwicklung sowie Rissen die Strasse nur noch für Bewohner geöffnet. Aktuell lohnt e es sich auf jeden Fall eine Chance zu ergreifen. 

Zugang zur Lava gibt es weiterhin nur von der Luft oder vom Meer aus, man kann aber Abends von „Mountain View“ beim Highway 11 das rötliche leuchten des Fissure 8 erblicken – allerdings ist Parken offiziell nicht erlaubt. 

Hinweise:

  • Momentan (12 Juni 2018) ist der Highway 130 sowie 132 ab Pahoa gesperrt -aber Pahoa  mit seinen tollen Restaurants ist weiterhin erreichbar und auch der Black Sand Beach in  Kalapana ist seit Anfang Juli wieder erreichbar. 
  • Vulcano National Park ist bis auf weiteres geschlossen, Lava Tree State Park, Isaac Hale Beach Park  sowie Black Sand Beach in Kalapana können nicht erreicht werden. Von der Lava wurden Kapoho mit den Champagne Ponds und Wai’opae sowie Ahalanui „überlaufen“ und existieren leider nicht mehr. 
  • Aktuelle Informationen findet man auf der Homepage Civil Defense Messages & Alerts sowie bei USGS mit täglichen Updates sowie aktuelle Karten über die „Lava Flows“.
  • Für aktuelle Mitteilungen von Civil Defense kann man sich hier registrieren.
  • Die aktuelle Luftqualität findet man z.B. hier
  • Unterkunft in Kapoho, Leilani Estate sowie Kalapana gebucht bzw. im Puna District? Kontaktiert euren Gastgeber über eine Erstattung bzw. Stornierung. Aktuell dürfen dort keine Ferienvermietungen mehr erfolgen bzw. existiert Kapoho z.B. nicht mehr. 

Lava:

  • Lava von der Luft aus mit einem Helikopter Flug z.B. mit  Paradise Helictopers oder Blue Hawaiian ; beliebt sind natürlich die Morgen bzw. Abendstunden. Achtung, teilweise müssen die Helis sehr hoch fliegen, daher sieht man bei Bewölkung eher wenig von der Lava. Unbedingt ein paar Wochen vorher buchen, man kann bis zu 24 Stunden auch vorher noch stornieren. 
  • Lava vom Wasser aus – mit einem kleinen Boot von Hilo aus mit Kalapana Cultural Tours

Tipps:

  • Bester Reiseführer für jeder der Inseln „Hawaii revealed„. 

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