Apfelmus

Eine der schönsten Seiten der Schwäbischen Alb, die dazu bekanntlich nicht so touristisch erschlossen ist, sind die Streuobstwiesen. Meistens befinden sich die Restbestände am Rande der Ortschaften, und im „Täle“ meistens direkt am Fuss der Schwäbischen Alb.
Leider mussten die Bestände in der Vergangenheit oft dem Bau von Ortsumgehungen oder dem Ausbau von Bundesstrassen weichen. Was ist das besondere an den Streuobstwiesen?

Zum einen ist die traditionel Art des Obstanbaus zu finden, hochstämmige Bäume, mit meist unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten und Sorten. Und keine der eher gängigen Sorten, die man im Supermarkt findet, sehr viele sind über hundert Jahre alt. Synthentische Behandlungsmittel kommen nur bedingt zum Einsatz, weiterhin steht sie entweder als Mähwiese oder als Viehweide zur Verfügung. Und natürlich als Brutstätte für Vögel. Japan hat die Kirschblüte, hier blühen die Streuobstwiesen – ein wirklich schöner Anblick im Frühjahr.

Schwäbische AlbStreuobstwiesen

Die Äpfel lagern sich nicht bedingt zum einkellern, daher werden sie meistens entweder in eine der Safterein zu Apfelsaft oder Most verarbeitet. Oder das Fallobst auch gerne zu Apfelmus. Für das Apfelmus habe ich eine örtliche Variante der Sorte Luiken verwendet, ca. 200 Jahre alt und leicht rötlich im Grundton.

Apfelmus IApfelmus II Äpfel

Apfelmus nach Oma´s Art

1kg Äpfel
Zimststange
1 El. Brauner Zucker
Wasser

Die Äpfel waschen, achteln und mittig halbieren. In einem grossen Topf den braunen Zucker karamelisieren lassen, die Äpfel hinzugeben und mit etwas Wasser ablöschen. Zimtstange und etwas Wasser hinzugeben, aber die Äpfel dürfen nicht komplett bedeckt sein. Gelegentlich umrühren, solange kochen lassen bis die Äpfel gar sind.
Entweder durch ein Sieb drücke oder mit einer Flotten Lotte.

Falls das Apfelmus aufgebewahrt werden soll, entweder eingefrieren oder erneut aufkochen und heiss in sterile Twist-Off Gläser füllen, hebt ca. 6 Monate.

10 Kommentare

  1. Ja, Gewürzluike kenne ich glaube ich, die wachsen auf dem Stückle meiner Eltern (in einem schwäbischen Streuobstwiesen-Gebiet). Gerade diese alten Obstsorten finde ich so toll, die sich dort teilweise halten.

    Frisches Apfelmus daraus ist traumhaft!!!

    • Dann sag ich danke fürs Finden ;)
      Auch eine nette Idee mit dem Apfelsaft, verwendest du dann noch etwas Zucker oder reicht die süsse des Apfelsafts zum süssen?

  2. ich habe kürzlich vergleichende Landschaftsfotos gesehen aus der nähern Umgebung: heute und dieselbe Ansicht vor 50 Jahren. Erschreckend, wieviele Hochstammbäume dem Ausräumen der Landschaft zum Opfer gefallen sind.

    • Kann dir nur zustimmen, aber ich seh auch die andere Seite aktuell. Wir kämpfen in der Region seit 30 Jahren für den Ausbau der Bundesstrasse, versinken im Verkehrschaos. Auf Grund der enge des Tals ist die einzige Chance der Streckenführung quer durch die Streuobstwiesen – die damit zum Opfer fallen (unsere Wiesen sind auch dabei *heul*).
      Aber in dem Fall muss man leider in den „sauren Apfel“ beissen, die Strecke ist (im Gegensatz zu anderen aktuell in BW diskutierten) notwendig.

      • Ich bin zurzeit häufiger in meiner alten Heimat unterwegs und finde dieses Verkehrschaos überall richtig beklemmend, sooo viele Autos, sooo viele Menschen. Da weiß ich wieder, warum ich schon vor vielen Jahren weggezogen bin. Mir ist es dort irgendwie zu voll und zu hektisch…

  3. Genauso sah das Apfelmus meiner Mutter auch aus. Ich habe im Garten auch noch 2 alte Apfelbäume. Die Äpfel werden demnächst zur Safterei gebracht. Geschmacklich sind die Äpfel sehr gut zum Essen, leider faulen sie unheimlich schnell, so dass das Einlagern nicht wirklich Freude macht.

    • Falls die Äpfel leicht säuerlich sind, eignen sich diese auch perfekt für Marmelade bzw. Apfelmus (eingefrieren oder in twist-off gläser einmachen), falls sie dir zum entsaften zu schade wären.

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