Sachertorte – backen im voraus

Beim stöbern in deutschen Foodblogs bin ich immer wieder erstaunt, wie schnell wir auf die Trends aus den USA & co. aufspringen. Da werden Macarons, , Cupcakes, Muffins  und vieles mehr gezaubert oder amerikanische Tortenträume aus mehreren Lagen Teig & Buttercreme. Sucht man aber nach einer klassischen Torte, wie man sie von Oma’s Kuchentafel am Sonntag kennt, Fehlanzeige.

Sachertorte backen im voraus

Ein weiteres Kulturgut das ausstirbt? Eine Tradition die verstaubt, uninteressant, out ist? Für eine Einladung zu Weihnachten war ich auf der Suche nach eben so einer klassischen Torte, und landete bei der Sachertorte backen im voraus war zudem möglich.

Den Lust am Tag vor der Einladung mich um das Menü & noch eine Torte zu kümmern bestand weder bei mir, noch bei der Spülmaschine, die sowieso schon mehr als oft genug lief. Sachertorte stand dagegen schon lange auf der persönlichen „möchte ich mal ausprobieren“ Liste, als Schokoholikerin eigentlich ein muss. Aber wegen der Schokoglasur hatte ich davor immer einen riesigen Respekt, immerhin stehe ich auf Kriegsfuss damit!

Auf die Sachertorte nach Oma Buchholz bin ich bei Jutta gestossen, und mit dem bis zu 10 Tage im voraus backen erschien sie mir ideal. Das Resultat bestätigte das Lob im Internet zu dem Sachertorten Rezept, auch ohne Verwendung als Motivtorte und sogar die Glasur wurde was.

Wenn man vom kleinen Unfall mit umfallenden Kochlöffeln und Backblech absieht – die auch eine Kostprobe der Glasur wollten.

Sachertorte backen im voraus

Sachertorte
nach Oma Buchholz von torten-talk

Zutaten:

200 g Butter, Zimmertemperatur
200 g Puderzucker, gesiebt
1 Tl. Vanillezucker
100 g Schokolade, 55%
100 g Schokolade, 85%
8 Eier, Klasse M
200 g Mehl, Typ 405
15 g Kakao, ungesüßt
1 Pr. Salz
3, g Backpulver

Für die Füllung
400 g Aprikosen-Marmelade (hier: mit Whiskey)
40 ml Grand Manier oder passenden Alkohol

Glasur:
200 g Schokolade, 55%
200 ml Sahne
1 Stück Butter

Zubereitung:
1. Am ersten Tag den Kuchen backen. Hierfür eine 26er Springform (Boden und Ring) einfetten. Den Boden bemehlen, und den Innenrand  mit Backpapier auskleiden, dessen Rand 10 cm höher ist als der Springformrand. Für ein gleichmäßiges Backen, nasse Küchentücher in einen Streifen Alufolie legen und einpacken, die gefaltete Alufolie um den Außenrand legen. Backofen auf 160°C Ober -unter Hitze vorheizen.

2. Die Eier trennen, und das Eiweiss mit einer Prise Salz fluffig schlagen, zur Seite stellen. Die Butter mit dem Zucker für 10 min. luftig aufschlagen.

2. In der Zwischenzeit die Schokolade grob hacken, in einer Schüssel über einem Wasserbad (der Boden darf dabei nicht das Wasser berühren) schmelzen, vom Wasserbad nehmen und leicht abkühlen lassen.

3. Die Eier einzeln nach und nach zur Butter-Zuckermasse geben und jeweils für 1 Minute unterrühren. Dann in einem dünnen Strahl bei kleiner Stufe die Schokolade hinzufügen, gut verrühren (aber nicht zu lange schlagen).

4. Das Mehl mit Backpulver, Kakao vermischen und gesiebt zum Teig geben und einarbeiten. Mit einem Teigschaben das fluffig geschlagene Eiweiss in drei Schritten unterheben. In die Springform füllen und für ca. 60 Minuten backen. Stäbchenprobe!

5. Nach dem Auskühlen das Backpapier von der Unterseite entfernen und in einem Tortencontainer aufbewahren.

Tag 2:

6. Die Torte mittig horizontal durschneiden. Die Marmelade passieren, evt. mit dem Alkohol vermischen und erhitzen. Zuerst beide Böden mit der Marmelade bestreichen, aufeinander setzen und die Aussenseite bestreichen. Im Kühlschrank trocknen lassen.

Tag 3:

7. Arbeitsfläche mit Butterbrotpapier auslegen, darauf ein Kuchengitter mit der Torte stellen.

8. Für die Glasur die Schokolade grob hacken und in eine Schüssel geben. Die Sahne in einem Topf erhitzen, und heiss über die Schokolade giessen. Kurz stehen lassen, dann umrühren bis die Schokolade vollständig aufgelöst ist. Die Butter in kleinen Flocken hinzugeben, weiterrühren. Die Schüssel in ein Wasserbad mit eiskaltem Wasser stellen, unter ständigem rühren die Glasur soweit abkühlen, dass diese leicht zähflüssig wird.

9. Die Glasur mittig über die Torte laufen lassen, so dass diese auch über den Rand verläuft. Den Rand evtl. mit einer Spachtel nacharbeiten. Die Torte bis zum servieren (max. nach 10 Tagen) im Kühlschrank oder Keller ruhen lassen.

10. Am morgen des Anschnitts die Torte aus dem Kühlschrank nehmen.

Hinweis:
Bei mir wurde die Torte am Tag 5 serviert, schmeckte bereits gut aber noch besser waren die Reste am Tag 7!

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16 Kommentare

  1. Oooh, die sieht gut aus! Kompliment.

    Ich gestehe: ich habe noch nie ne Torte gebacken, ob ich die wohl auch hinbekommen würde?
    Ich würde wahrscheinlich schon am Durchschneiden des Tortenbodens scheitern :-(

  2. Hach Sachertorte. Die hab ich noch nie selbstgemacht und auch erst ein oder zweimal in meinem Leben gegessen. Ja. Zweimal: einmal im Sacherkaffee in Wien und einmal in der Schweiz in einem kleinen Bergdorf. Beide haben hervorragend geschmeckt! : )

  3. Hier … ich mach mit bei der Wahrung dieser Traditionen. Spätestens seit ich im letzten Jahr in Wien war, bin ich ganz begeistert von Sachertorte. Selbst machen steht auf dem Plan, werde ich hoffentlich bald umsetzen … und dann auch hoffentlich mit einem so schönen Ergebnis wie bei dir. Das erste Bild sieht besonders klasse aus – fast wie im Café Sacher.
    Gruss,
    Sarah

    • Liebe Sarah, vielen Dank für das Lob. bei Sacher war ich leider noch nie, dafür bei Demel.
      Und ja- einfach wagen!

  4. Einfach nur perfekt! Mehr fällt mir dazu nicht ein. Allerdings bin ich sehr erstaunt, dass eine Torte besser schmeckt wenn sie älter ist.

    • Das ging mir im ersten Moment auch so, aber hier zieht die Torte durch die Aprikosenmarmelade noch etwas durch. Und die Glasur schützt vor dem austrocknen

  5. Hallo!

    Als Wienerin bin ich mit dieser Torte natürlich aufgewachsen und gehört für mich eigentlich zu den Grundnahrungsmitteln! *g*
    Ich finde es ebenfalls sehr schade, dass die Klassiker immer mehr von der Bildfläche verschwinden und wir alle den Trends hinterherjagen, die von der anderen Seite der Welt in großen Wellen zu uns rüber rollen.

    Die Torte sieht wunderbar aus! Da hätte ich gerne ein Stück probiert!

    Und vielmehr bin ich grade entsetzt, dass ich (grade als Österreicherin!) selbst noch keine Sachertorte auf meinem Blog habe! :D Zumal ich sie ja sehr oft backe!
    Und dass sie besser schmeckt nach ein paar Tagen, kann ich selbst nur bestätigen! Je mehr Zeit sie zum durchziehen hat, desto besser wird sie! Überhaupt finde ich ja, dass sie auch gar nicht schwer zu machen ist!

    Oh Gott, ich glaub, ich geh jetzt mal in die Küche… :D

    Alles Liebe
    Viktoria

  6. Hallo, ja die Sacher meiner Oma ist oberklasse, aber unser Buchholtz wird mit Tz geschrieben, waer nett, wenn Du das noch aendern koenntest. Wahnsinn, wie sich das Rezept in den paar Jahren verbreitet hat. Viel Spass und Appetit noch dabei, LG Uschi

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