Philippinen: Ein Tag in der Mangofabrik

Die Verbindung des Inselstaats Philippinen mit der Frucht Mango hatte ich vor dem Big Blog Exchange nicht. Umso erstaunter, überraschter war ich dann, also ich bei etwas Recherche den Satz „Die weltweit süßesten Mangos sind auf den Philippinen zu finden, insbesondere in Cebu“ stolperte.

Mangofabrik

Ich sah mich schon morgens, mittags & abends Mangos vernaschen. Imerhin kostet das kg in Cebu umgerechnet 1 € (in Manila schon 1,80 €). Die Realität sah dann leider anders aus, so stand diese doch kaum auf der Speisekarte in Restaurants – und auf dem Zimmer vernaschen fiel dank Ameisenalarm (wie so üblich für asiatische Länder) aus!

Das änderte sich in Cebu City, der zweitgrößten Stadt der Philippinen. Auf der Insel Cebu findet man nicht nur die süßesten, auch der Sitz der Firma Profood befindet sich hier seit 1978.

Den es gibt ein Problem mit den philippinischen Mangos. Die Früchte sind sehr klein, mit weniger Fruchtfleischanteil und sehr empfindlich. Besonders ist vor allem, dass nur eine Seite Fruchtfasern aufweisen, die andere davon völlig frei ist. Perfekt zur Produktion von getrockneten Mangos, aber eben nicht für den Export der frischen Früchte. Keine Überraschung daher, dass mittlerweile das Produktangebot an verarbeiteten Mangos von den getrocknenten Chips über Püree bis hinzu Saft & Bonbons reicht.

Bei Profood werden 80% der Landesproduktion an getrockneten Mango’s hergestellt, und das zwischen der Erntezeit März bis August! Dann steht die Fabrik nicht still, die LKW’s stehen Schlange um ihre Fracht (Pappkartons mit noch grünen Mangos) loszuwerden. Gestapelt nach Herkunft, wird dann der optimale Zeitpunkt zur Verarbeitung abgewartet.

Mangofabrik

Eigentlich sind es nur wenige Produktionsschritte, automatisch werden die Mangos gewaschen, von Hand geschält & in dünne Scheiben geschnitten. Dann auf mit Stoff belegten Tabletts zur Trocknung gelegt, und je nach Zielland noch mit Zusatzstoffen vermischt. Dann getrocknet, von Hand von den Tabletts gezogen und mit Zucker vermischt, und in grossen Plastikbeuteln bis zur endgültigen Verpackung gelagert.

An der Produktion hat sich seit den 80er nichts geändert, in den vergangenen Jahren wurde viel Wert auf vollständige Verwendung des Rohstoffs „Frucht“ gelegt. Die Schale und Kern werden in der hauseigenen Anlage in Energie umgewandelt, dass Abwasser aufbereitet und wiederverwendet. Einmalig für die Philippinen und ein absoluter Voreiter!

Laut der Pressesprecherin wird auch Wert auf den Einkauf bei lokalen, kleinen Farmen gelegt. Hier wird die Lieferung der Früchte, inkl. Stellung der Verpackungskisten (die ihr oben im Bild gesehen habt), von Profood übernehmen. Ob dies stimmt, konnte ich leider nicht nachprüfen.

Während der restlichen Zeit werden die Produktionsanlagen übrigens u.a. Kokosnüsse genützt- dies wird alles auf der Tour durch die Mangofabrik gezeigt bzw. in zwei interessanten Kurzfilmen. Wie gerne hätte ich so einen Mangobaum im elterlichen Garten, der bis zu 10,000 Früchte pro Jahr abwirft? Jedoch erst nachdem man zwischen 5 und 10 Jahre gewartet hat.

Mangofabrik

Allerdings kämpft man auch auf den Philippinen mit dem Klimawandel, insbesondere für die beiden „Hauptfrüchte“ Mango & Kokosnüsse, den meist gibt es nur ein gutes Jahr für eine der beiden, und wehe es gibt ein wenig zu viel oder zu wenig Regen bzw. Sonne – schon war es das mit der gesamten Ernte! Und mit dem Anbau von Bioware tut man sich schwer, es gibt scheinbar kaum Bauern die sich darauf spezialisiert haben.

Umso erstaunter bin ich immer noch, dass sich in Deutschland hauptsächlich Bioware aus den Philippinen findet -also was die getrockneten Mangos angeht.
Die „normale“ Produktion von Profood habe ich z.B. unter dem Label Philippine Brand im lokalen Asiamarkt gefunden, wobei noch mein Vorrat einige Wochen reichen wird.

Mangofabrik

Den dem reichhaltigen Angebot vor Ort konnte ich nicht widerstehen, von den klassischen getrockneten Mangos (überhaupt nicht trocken) über die leicht saure „green mango“ über Kokosnuss, Mango in Schokolade (da müssen sie mit der Schokolade noch üben), und allerhand weiterer getrockneter Früchte. Eine volle Einkaufstüte!

Profood Cooperation
Führungen von Montag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr, der Shop ist von 7.30 Uhr bis 19 Uhr geöffnet.
Dauer der Führung ca. 1,5 Stunden
Cebu City
www.profoodgallery.com
Preis pro Person für die Führung: 200 PHP

Werbehinweis:
Die Reise auf die Philippinen erfolgte im Rahmen des Big Blog Exchange Projekts, hierfür wurde ich von Hostelling International eingeladen. Zur Führung durch die Fabrik wurde ich von Profoods eingeladen, dies hatte keine Auswirkung auf meine Berichterstattung. Dieser Beitrag stellt meine eigene Meinung dar.

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2 Kommentare

  1. Oh wow, was für ein Glück, dass ich gerade gestern eine Mango gegessen habe. Sonst wäre das jetzt ziemlich gemein. :D
    Sieht aber lecker aus und getrocknete Mango mag ich sehr.

    Liebe Grüße
    Christina

  2. Mangos sind einfach zu gut, wobei ich die frischen am besten mit Klebereis oder Müsli am besten finde.
    Die getrockneten sind mir meist zu süß, aber frisch und reif – lecker

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