Rückblick auf 2020

Ein Rückblick auf 2020 – Foodbloggerbilanz 2020

Für einen kurzen Moment stellte sich mir die Frage – Verdient 2020 überhaupt einen Rückblick? Natürlich ja- insbesondere wegen der letzten 10 Monate.

Dazu feierte Lunch For One still und heimlich im Mai das 10. Jubiläum und schon deshalb darf natürlich auch dieses Jahr kein Rückblick fehlen. Zwar war damals keine Pandemie der Grund für den Start von Lunch For One, aber die Flugeinschränkungen im März 2010 durch den isländischen Vulkanausbruch sorgten für eine unfreiwillige Verlängerung des Japanaufenthalts um ein paar Tage und die Japanreise war der Start als Bloggerin. So unter uns – für den März 2030 plane ich vorsorglich lieber einmal keine Reise. 

Dazu war zwar 2020 kein Jahr, an dem ich viel gebloggt hätte – aber ein Jahr in dem endlich wieder viel Zeit in der Küche verbracht wurde.

Da wurde Brot gebacken, Nudeln selbst hergestellt, Pizza gebacken, Apfelmus und Tomatensauce eingekocht, eine Vielzahl an Kräutern für Tee und Gewürze getrocknet, japanische Dumplings ausprobiert. Alles was ich schon so lange wieder einmal machen wollte, wurde in 2020 Realität. Könnte natürlich auch an dem Privileg gelegen haben, seit Mitte März weitgehend vom Mobile Office aus arbeiten zu dürfen. 

1. Was war 2020 dein erfolgreichster Blogartikel?

Buchweizen Schokoladen Kekse via lunchfrorone

Wie jedes Jahr lag der bereits ältere Blogartikel Apfelmus eingekocht sehr weit vorne.  von den in 2020 veröffentlichten Beiträgen waren die Buchweizen Schokoladen Kekse am erfolgreichsten.

2. Welche drei deiner eigenen Blogartikel aus diesem Jahr haben dir persönlich am meisten bedeutet?

Jahresrückblick 2020

Der von den meinen persönlichen Erlebnissen Anfang März geprägter Blogartikel Coronavirus – jetzt noch verreisen? der leider unverändert nachdem Frühjahr seit dem Herbst so aktuell wie noch nie ist. 

Sonst bilden Frozen Mango Margarita und Buchweizen Schokoladen Kekse die vergangenen Monate kulinarisch recht gut ab. 

Die im Mai 2019 aus Illinois mitgebrachten großen Mason Jars in der Küche waren seit März durchgängig mit Kekse zum Kaffee gefüllt. 

3. Und welche drei aus anderen Blogs haben dich am meisten inspiriert?

Jahresrückblick 2020

Es war leider erneut kein gutes Jahr um regelmäßig bei anderen Blogs vorbeizuschauen, allerdings hat mich Feed me up before you go auf Twitter endlich dazu motiviert, die seit langem auf der Nachkochliste stehenden Jerusalem Bagels auszuprobieren. 

4. Welches der Rezepte, die du 2020 veröffentlicht hast, hast du selbst am häufigsten gekocht – und warum?

asiatischer Eiskaffee via lunchforone

Nicht fehlen durfte dabei natürlich Bananenbrot – seit langer Zeit ein Klassiker in diversen Ausführungen, und natürlich Dalgona Coffee. Den Trend zu Bananenbrot dieses Jahr kann ich mir allerdings trotzdem nicht zu 100% erklären, vermutlich weil gedanklich Bananenbrot gesünder klingt als Bananenkuchen? 

Allerdings muss ich offen zugeben, dass ich in 2020 die Möglichkeit auf Cold Brew Iced Coffee im Mobile Office in vollen Zügen ausgenutzt habe. Den zwar klappt Cold Brew Kaffee und Pflanzenmilch auch sonst gekühlt im Büro, aber mit Eiswürfeln schmeckt es einfach tausendmal besser. 

5. Was hat dich im Zusammenhang mit Kochen, Essen oder deinem Blog 2020 beschäftigt und warum?

Jahresrückblick 2020

 

 

 

 

In 2020 drehte sich so ziemlich viel um meine Küche. Nach 10 Jahren war endlich ein neuer Anstrich fällig – und gefühlt ist die Küche mit dem Umstieg von giftgrün auf das satte dunkelgrün ein Stück Erwachsener geworden. Gestrichen wurde übrigens bereits im Februar. 

Einer der besten Entscheidungen war zudem ohne Zweifel endlich den Absprung von der – immerhin ein 2009 im Einsatz befindlichen- Nespresso Maschine gewagt zu haben. 

Im April zog eine Siebträgermaschine ein und somit war das Jahr geprägt davon, die vielen Feinheiten und Besonderheiten zu erleben. In der Kategorie Latte Art ist es allerdings immer noch eher als „Modern Art“ zu bezeichnen. 

6. Was war deine größte kulinarische Neuentdeckung 2020 – welches Lebensmittel, welches Rezept, welche Küchentechnik, welcher Geschmack hat dir eine völlig neue Welt eröffnet?

Bereits Ende 2019 benötigte ich für ein Rezept Selleriestangen und muss gestehen, dass ich damals tatsächlich das erste Mal Selleriestangen kaufte und völlig vom Geschmack überrascht wurde. 

Seitdem wanderte regelmäßig ein Bund in den Einkaufskorb – ein Vorteil Ende März wenn das Gemüseregel leer gekauft war aber sich keiner für die Selleriestangen interessierte. 

7. Was war der beste (oder lustigste) Suchbegriff, über den Besucher auf deinen Blog gekommen sind?

In 2020 muss ich leider passen – wie das Jahr gab es irgendwie wenig zu lachen. 

8. Wie lief das Reisejahr 2020?

Jahresrückblick 2020

Rückblickend muss ich gestehen, dass 2020 zwar nicht das Reisejahr war. Aber es war das Jahr wo ich tatsächlich im Januar nicht wusste, wann und wohin es Reisetechnisch gehen kann. 

Im Januar stand ein langes Wochenende im italienischen Bologna an – wunderschön, aber auch mit der Erkenntnis das im Januar noch sehr viele Bars, Eisdielen und Restaurants sich im Winterurlaub befinden. 

Lange ersehnt Anfang März die Reise nach Venedig, hier schon mit der Unsicherheit über die Auswirkungen. Trotz aller Information und Recherche im Vorfeld war mir damals nicht klar, wie dramatisch die Lage in den italienischen Krankenhäuser war. Es war ein Venedig, wie es vermutlich selbst Goethe nicht erlebt hat. Keine Menschenmassen, keine Schlangen am Dogenpalast, leere Wege entlang der Kanäle.

Aber auch hier kein unbeschwertes bzw. unbelastetes Reisen, der Virus immer im Hinterkopf und nach nur  1,5 Tagen die nächtliche Bekanntmachung das Norditalien in die rote Zone rutscht und damit verbunden die Ungewissheit wie es nun weitergeht. Rückblickend würde ich zudem eine andere Entscheidung treffen und wäre nicht in den Flieger gestiegen.  

Ende Mai dann ein Abstecher in den Harz – das erste Mal in Deutschland mit Ferienwohnung, und der Erkenntnis wie teuer Reisen in Deutschland im Vergleich zu den europäischen Nachbarn zwischenzeitlich ist. 

Der Juli war geprägt von Abstechern nach Frankreich, verliebt in Nancy das überraschte. Und dann ein langes Wochenende in Paris – endlich einmal nicht als „Stopover“ sondern gezielt die sonst nur mit Menschenmassen zu besuchenden Sehenswürdigkeiten. Der Louvre mit überschaubarer Schlange, Chateau Versailles zur früher Stunde für Minuten ganz alleine im Spiegelsaal. Aber auch hier schnell die Kehrwende mit steigenden Fallzahlen nur ein paar Wochen nach meiner Rückkehr. 

Ende August ein paar Tage im Wellnesshotel in Österreich, dass sich wie eine Reise in eine andere Zeit anfühlte. Auf Mund-Nasen-Schutz wurde im Hotel nicht nur bei den Gästen, sondern auch beim Personal verzichtet, die Sauna war normal in Betrieb. Fast so als ob Covid19 nicht mehr existierte ausserhalb den Grenzen von Österreich- keine angenehme Reise.

Mitten im Unwetter über den Brenner nach Südtirol, die starken Regenfälle und Abgänge durchquerten dann die Wanderpläne in großer Höhe. Dafür blieb Zeit neues zu entdecken – von Waalwegen über die Dolomiten bis zu wunderschönen Altstädten. 

Und die freien Tage (=Haupturlaub) im November wurden das erste Mal seit Jahren tatsächlich zu Hause verbracht. Verbunden mit der Erkenntnis, dass die Erholung und Abschalten einfach in den eigenen vier Wänden nicht so wirklich funktioniert. 

9. Die schönsten Reisemomente?

Jahresrückblick 2020

 

 

 

 

 

Wenn man alleine im berühmten Spiegelsaal im Schloss Versailles steht und sich für einen kleinen Moment überlegt tanzend über das Parkett zu bewegen.

Eine gefühlte Ewigkeit bis sich noch ein paar wenige Touristen in den Spiegelsaal verirrten – mit Ausnahme des Personals – wo sich sonst in den Sommermonaten die Menschenmassen durchschieben. Ein ganz surreales Gefühl – und eines der wenigen positiven Seiten des Reisejahrs 2020. 

10. Die wichtigsten Erkenntnissen auf Reisen?

In diesem besonderen Jahr die Wertschätzung für die Möglichkeit, einfach spontan und ohne große Recherche, Voraussetzungen bzw. Unsicherheit in andere Länder zu reisen. Dazu wie unglaublich viel einem eine andere Kultur, Sprache und Kulinarik gibt – und in einem Jahr wie 2020 entsprechend fehlt. 

11. Was wünschst du dir und deinem Blog für 2021?

Für Lunch For One erhoffe ich mir die entsprechende Zeit um einmal die über 700 Beiträge der letzten 10 Jahre komplett zu überarbeiten – inkl. Umzug der Bilder von Flickr, saubere Zuordnung der Kategorien etc. Und natürlich das es in 2021 auch endlich mit den Reisebeiträgen zur Antarktis los gehen kann und einfach auch mehr gebloggt wird. 

Privat bleibt nur der Wunsch das man selbst und alle im Familien, Freundes und Kollegenkreis gesund durch die nächsten Monate kommen.

Und wer weiss, vielleicht gelingt zudem die bessere Balance zwischen Privatleben und Mobile Office finden, und die in 2020 wieder gewonnene Liebe am Kochen & Backen beizubehalten. 

Auf ein gesundes Jahr 2021!

Weitere kulinarischen Jahresrückblicke findet ihr bei Feed me up before you go

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8 Kommentare

  1. Das Keksglas durchgängig mit Keksen zum Kaffee gefüllt – das klingt doch nach einem guten Aspekt des vergangenen Jahrs! :-)

    Interessant zu lesen, danke für Deinen Rückblick. Ich war das letzte Mal im Februar im Ausland, danach nur noch hierzulande unterwegs. Sommer in Frankreich scheint wirklich sehr leer gewesen zu sein, das habe ich von einigen gehört.

    • Liebe Barbara,
      ganz nach dem Motto man soll das Glas halb voll und nicht halb leer sehen ;)
      Und ja, Paris war Mitte Juli nach dem Feiertag und den ersten Sommerflüchtenden ohne Touristenmassen für Pariser Verhältnisse sehr leer. Wobei im Louvre gegen frühen Nachmittag es mir auch fast schon wieder zu voll war.

      LG Tina

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  3. Sehr interessanter Rückblick – aber da braucht es bei mir noch ganz viele Katastrophen, bis ich mal Selleriestangen kaufe, eines meiner Food-Traumata ;-)

  4. Dalgona Coffee war wirklich so ein Hype-Thema, aber bislang hab ich ihn noch nicht getestet. Vielleicht sollte ich das mal ;)

    Vielen Dank für den Einblick in dein Blogger-Jahr und einen guten Start in 2021!
    Daniela

  5. Schön, dass unsere Jerusalem-Bagels dich zum Backen animiert haben. Hier gab es sie vor ein paar Tagen erst wieder zum Frühstück. Um den „Trend“ Dalgona Coffee konnten wir erfolgreich einen Bogen machen – ich bin gespannt, welche Lockdown-Absurditäten 2021 mit sich bringt.
    Dir ein gutes und gesundes neues Jahr mit hoffentlich viel kulinarischer Abwechslung.
    Liebe Grüße
    Sabrina

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